Wie wichtig ist Einsingen?


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Jeder aktive Sänger ist sicher schon mit dem Thema „Aufwärmen“ oder „Einsingen“ in Berührung gekommen. Wer beispielsweise schon einmal in einem Chor gesungen hat, der kennt das stetige Auf und Ab über die phantasievollsten Tonleitern mit den unaussprechlichsten Silbenkombinationen in den verschiedensten Tonlagen. Viele sind davon überzeugt, dass man ein großes Repertoire an Einsingübungen beherrschen und vor dem Singen konsequent anwenden muss, um gesund und richtig zu singen. In meiner langjährigen Erfahrung als Sänger und Gesangspädagoge habe ich mich jedoch zunehmend häufig gefragt, ob das wirklich so ist.

Ich habe Sänger gesehen, die nach ausführlichem Einsingen heiser waren. Auf der anderen Seite kenne ich hervorragende Sänger, die sich überhaupt nicht einsingen, und trotzdem eine professionelle Show mit fantastischer Stimme abliefern. Heute bin ich davon überzeugt, dass jeder seinen individuellen Weg zum guten Singen – auch Einsingen – selbst finden muss. Es kommt nicht darauf an, Übungen stur herunterzusingen, sondern ein Gefühl für die eigene Stimme zu bekommen und selbst zu spüren, was sie braucht um fit zu sein. Das kann bei jedem Sänger und bei jedem Anlass etwas anders sein. Es kommt auf den individuellen Stimm­charakter und auf die persönliche Tagesform an.

Als Einstieg ist eine lockere Einsingphase hilfreich. Sie kann auch als kleines Ritual zum Einstieg in das Singen zelebriert werden, denn mental „eingestimmt“ zu sein, verbessert ebenfalls das Singen. Im Laufe der Zeit hat sich in meiner Gesangspraxis die folgende grundlegende Vorgehensweise für das lockere Einsingen bewährt.

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